Dienstag, 14. August 2012

Die Gilde zum kriegen kriegen II

Im zweiten Teil des Gilden-Artikels geht es hauptsächlich um die Organisation der Gilde, die Probleme die entstehen könnten und wie aus einem bunten Haufen eine schlagfertige Gilde werden kann. Außerdem gibt es einen Blick auf die verschiedenen Gildeneinstellungen im Spiel.
Der Artikel selbst muss nicht komplett gelesen werden, es gibt extra ganz große Überschriften für die einzelnen Teile, damit man hin- und herspringen kann wie es einem beliebt. Das würde ich empfehlen denn es wird hier viel zu lesen geben und ich glaube nicht dass jedes Detail für alle Spieler gleichermaßen interessant ist. Der Artikel ist im Übrigen nicht nur für Gildenleiter interessant, es macht für jeden Mitspieler in einer Gilde Sinn zu wissen, was alles hinter der Organisation steht. Natürlich kann jeder Horst eine Gilde eröffnen und Leute laden, um eine solche Gilde aber schlagkräftig und dauerhaft gestalten zu können, bedarf es einiger Anstrengungen. Nachdem wir das nun geklärt haben kann es losgehen.
Wie immer gilt, der Originalartikel ist hier verfügbar, was folgt ist meine Übersetzung gespickt mit einigen Kommentaren. Shanaeri Rynale von den Gurus hat wieder einen Top-Job gemacht und das möchte ich hier nicht schmälern indem ich mir anmaße die meiste Arbeit, nämlich den Inhalt, selbst betrieben zu haben. Checkt auch den ersten Teil nochmal, um eine gewisse Einleitung in das Thema zu erhalten.




Es ist doch nur ein Spiel!

Ja ist es. Mit einer Ausnahme: Es sitzen echt Menschen hinter den hübschen Spielfiguren mit denen man interagiert. Dies ist ein großer Unterschied zu einem „normalen“ Spiel denn es bedeutet, ihr erwartet von den Personen etwas und diese wiederum stellen Anforderungen an euch, simple Dinge wie gutes Benehmen, nicht ganz so simple Dinge (scheinbar) wie Intelligenz oder Spielverständnis. Diese Situation muss man sich immer vorhalten. Man formt Freund- aber auch Feindschaften mit echten Menschen auch wenn man diese vielleicht nie im echten Leben treffen wird, was manchmal eine sehr gute Sache sein kann.
Eine Gilde ist eine Organisation. Eine soziale Gruppe die ein gemeinsames Ziel verfolgt. Damit sind wir also wieder zurück im echten Leben gelandet. Prinzipien und Erfahrungen aus dem echten Leben sind prädestiniert um in die Gildensituation einzufließen. Nur das Medium durch das wir kommunizieren ist virtuell, alles andere ist echt. Vergesst das nicht!
Ich bin mir bewusst das diese Aussagen für den geneigten Leser sehr verwirrend oder gar abschreckend wirken da man sich ungerne eingestehen möchte, das ein Spiel Einfluss auf das echte Leben und das echte Leben Einfluss auf das Spiel hat, in das man sich eigentlich flüchtet um Ruhe vor dem RL zu haben. Nun, wer seine Ruhe haben will, dem empfehle ich Single Player Games. Um als Gilde zu funktionieren, muss man sich diese Problematik absolut bewusst machen. Jeder von uns kennt Trolle, die sich scheinbar in die virtuelle Welt verabschieden um sich zu verstellen weil sie vor der Haustür nichts auf die Naht bekommen. Das muss man akzeptieren, aber Gott sei Dank muss man mit diesen nicht interagieren. Man darf sich aussuchen mit wem man spielt.



Also...was habe ich nun zu tun?

Nun geht’s ans Eingemachte. Es geht los mit den 2 Formen der Organisation: Hierarchie und Matrix (bah, das verheißt nichts Gutes).
Matrix Management bedeutet einfach, das es keine Person gibt die für alles verantwortlich ist, Informationen und das treffen von Entscheidungen wird aufgeteilt. Diese Art der Organisation ist der Beste Weg für kleine und mittel-große Gilden. Es gibt nur einen Gildenleiter weil es ihn geben muss (Das Spiel verlangt ja danach). Entweder gibt es dazu noch haufenweise Offis oder die Gildenleitung rotiert oder es sind einfach alle gleichberechtigt.
Das Ganze sieht dann so aus:
Mit wenigen Leuten ist es recht leicht eine Gilde vernünftig zu managen weil Informationen schnell und verbreitet werden und das Risiko von Fehlinformation minimiert wird.
(http://www.guildwars2guru.com/uploads/gallery/album_235/gallery_1607_235_13354.jpg)

So sieht das Ganze aus, wenn man die Mitgliederzahl auf 16 erhöht. Man sieht recht schnell das dies die Entscheidungsfindung exponentiell erschwert und e seine größere Masse an Optionen gibt.
Und dies ist nun die “durchschnittliche Gilde” mit 47 Leuten. Wenn nun jede Person zu allem seine Meinung äußern soll und eine Stimme zu jedem Thema hat, ist das Resultat klar: Chaos. Daraus resultiert das die Entscheidungsfindung wesentlich mehr Zeit in Anspruch nimmt und am Ende vermutlich eher ein fauler Kompromiss als seine wirkliche Richtlinie entsteht.
(http://www.guildwars2guru.com/uploads/gallery/album_235/sml_gallery_1607_235_99548.jpg)

Die Stärken der Matrix ist also klar, kleine Gilde profitieren von ihr und bleiben handlungsfähig und die Struktur ist auch der Grund, warum sich kleinere Gilden familiärer anfühlen als Großgilden. Es zeigt sich aber auch, dass die Matrix unbrauchbar wird sobald eine kritische Mitgliederanzahl überschritten wird. Ab 30 wird es wesentlich unpraktikabler und ab 70 Personen bricht das System komplett zusammen.

Die Hierarchie:
 Die sollte jeder aus dem Arbeitsleben kennen deswegen lassen wir das mal mit den tollen Diagrammen und sagen schlicht „Scheiße fällt immer nach unten.“
In kleinen Gilden funktioniert ein solches System nicht. Es ist zu bürokratisch und es lässt ein „Wir und Die“- Gefühl entstehen. Außerdem fangen Leute an sich nach oben hin anzubiedern um ihre Macht auszubreiten.
IN großen Gilden allerdings vereinfacht es die Entscheidungsfindung, zieht klare Linien bei der Kommunikation und stellt Klarheit für alle her. Der Nachteil sind die vielen verschiedenen Schichten innerhalb des Systems. Diese variiert natürlich je nach Größe. Außerdem haben nur wenige Leute das Sagen über viele, was immer zu Problemen führen kann wenn Menschen mit der ihnen zugewiesenen Rolle nicht einverstanden erklären. Die „chain of command“ wird dadurch gerne mal übergangen und genau das sollte tunlichst vermieden werden da ein solches System nur bestand haben und gut funktionieren kann, wenn sich die Leute an ihre Rollen halten. Und damit meine ich keine RP-Rolle wie den besoffenen Zwerg oder den tuffigen Elfen!
Manche Gilden versuchen die beiden System miteinander zu verquicken, indem die Gilde intern in mehrere Teile gesplittet wird. Das kann auf jedenfall gut gehen und ist an sich auch etwas, was uns bei Sepsis erwartet. Immerhin ist unsere Gilde ein Zusammenschluss aus zahlreichen Gilden und eben dies sollte auch in der neuen Gilde wenigstens ansatzweise repräsentiert werden.

Da die Matrix ansich keiner weiteren Erläuterung bedarf wird nun direkt übergegangen zum Thema: Was macht einen guten Gildenleiter aus? Der Guide führt hier 13 Tipps auf, die ich versucht habe, so knackig wie möglich zusammenzufassen. Wie ich ja schon beim ersten Guide gesagt habe, ist der Artikel recht lang und fast schon detailreich.




13 Tipps für den gesunden Gildenleiter

  1. Delegieren, delegieren, delegieren. Dies minimiert den Druck auf einen selbst. Jedes neue Mitglied sollte so behandelt werden, als wäre es der nächste Offi-Anwärter oder der Nachfolger des Gildenleiters. Die Leute müssen sich wichtig fühlen, dürfen aber nicht überbeansprucht werden.
  2. Beförderungen nur aufgrund des Charakters und nicht des Spielskills oder aus Freundschaft durchführen. Spieler die stetig nach Offi-Rechten fragen sollten besonders skeptisch im Auge behalten werden.
  3. Du musst der aktivste Spieler der Gilde sein! Eine Gilde kann nicht wachsen wenn der Gildenleiter nie on ist, außerdem bringt es schlechte Stimmung unter den existierenden Mitgliedern.
  4. DU musst die Mitglieder zum aktiven Spielen pushen. Das bedeutet auch den Chat zu füllen wenn es sonst keiner tut. Organisiere Cvents, binde die Spieler mit ein oder finde jemanden in deiner Gilde, den du in manchen Bereichen für fähiger als dich selbst hältst.
  5. Erwarte nicht zu viel Zeit für dich selbst denn du lebst für die Gilde.
  6. Definiere ein Ziel für die Gilde. Dies ist vor allem wichtig bei der Rekrutierung.
  7. Halte die Mitgliederliste aktuell. Spieler die ewig nicht on waren dürfen auch gekickt werden.
  8. Homepage, Teamspeak und Forum sind ein Muss!
  9. Je größer die Gilde wird, desto mehr Offis solltest du im Auge haben. Grundsätzlich sollte immer wenigstens ein Offi online sein damit Neuzugänge Fragen stellen können und die anderen Spieler eine Bezugsperson haben.
  10. Organisation ist das A und O. Auch wenn ein Event mal nicht so lustig ist wie gedacht ist es wichtig das er doch gut organisiert war. Da ein Gildenwechsel bei GW2 so einfach ist, sollte Organisation rund um das Spiel und für die Gilde eine hohe Priorität genießen.
  11. Schön bescheiden bleiben und Tipps, Hilfe und Feedback annehmen. Du bist für die Mitglieder da, und sie sind für dich da.
  12. Streitigkeiten sofort lösen. Es gibt nichts nervigeres als kleine Sticheleien die immer wieder stattfinden weil etwas nicht aus der Welt geschafft wurde.
  13. Geh mit gutem Beispiel voran!

Ok, das wars zum Thema Gilden. Wer mehr zu dem Thema wissen will nutzt bitte den Guru Link in der Einleitung dieses Artikels.
Ich persönlich bin von dem Guide etwas hin- und hergerissen. Ich finde es klasse, dass sich so viel Mühe gegeben wurde und das der Guide für alle MMOs bzw. Spiele genutzt werden kann und sich nicht nur auf GW2 beschränkt. Auf der anderen Seite gefallen mir gerade einige der Tipps für die Gildenleiter nicht so sonderlich gut. Nicht das sie inhaltlich nicht zutreffen würden, allerdings wird der Gildenleiter dargestellt, als wäre es sein einziges Ziel eine Gilde zu führen und das das eigentlich nichts mit dem Spiel zu tun haben kann da es ein 24/7 Job ist. Gleich was eine Gilde für Ziele hat, ich bin mir ziemlich sicher, dass jeder Spieler es verschmerzen kann, wenn weder der Leiter noch ein Offi online ist. Mir fehlt der Faktor des selbstständigen Denkens der Spieler in dem Guide. Dem Grundtenor der Gilde folgen ist gut und schön, das bedeutet ja aber nicht das ich immer an die Hand genommen werden muss. Gerade in großen Gilden kristallisieren sich auch immer wieder Leute heraus die von sich aus keinen Offistatus haben wollen, aber praktisch deren Rolle übernehmen. All in all ist der Guide absolut lesenswert, hat aber hier und da seine Schwächen. Gerne dürft ihr mir Kommentare hier lassen, was ihr von dem Guide denkt und was eure Ideen zu einer funktionierenden Gilde sind.

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