Dienstag, 18. September 2012

Rollender Götterfels - #14 - Schluss mit den Ausrufezeichen!

Bei mmorpg.com hat Mr. Mark Kern einen schicken Artikel zum Thema "Das Quest-Hub ist tot" geschrieben. Wer ist Mark Kern und warum interessiert uns was er sagt? nun, Mark Kern war Mitentwickler von World of Warcraft und scheinbar hat er sich auf ewig in der Computerspielszene mit einer einzigen kleinen Grafik verewigt, denn er zeichnet sich für das Ausrufezeichen über den Questgebern bei WoW verantwortlich. Danke dafür. Nichtsdestotrotz hat er sich nun mit GW2 auseinandergesetzt, sein Ausrufezeichen nicht gefunden, sich gekratzt, und einen Artikel zu dem Thema verfasst, den ich hier mal wiedergeben möchte.
Der Artikel von Herrn Kern beginnt mit einer lustigen Anekdote; so wurde das Ausrufezeichen des WoW-Questgebers von Diablo 2 ausgeliehen und von Metal Gear Solid inspiriert...man sollte meinen das es nicht so vieler Quellen Bedarf um einen Questgeber ein Satzzeichen über den Kopf zu setzen aber naja.
Kern sieht diese Markierung und die "Erfindung" des Questhubs als einen Fehler an, denn diese Hubs inspirierten alle weiteren MMOs bis zum heutigen Tag. Da hätte man sich lieber andere Inspiration gewünscht.
Aber nun heisst es "Guild Wars 2, to the rescue!" Denn, wie ihr wisst, gibt es bei GW2 keine Questgeber. Man erkundet die Map, das Spiel ist nicht-linear, es begrenzt den Spieler lediglich durch die Höhe des eigenen Levels. Man muss auch nicht wirklich nach Action suchen, egal wo man gerade langläuft, es gibt ein Aufgabenherz zu füllen und damit Mobs zu töten oder NPCs zu helfen, eine Sehenswürdigkeit zu finden, Händler zu eskortieren, Drachen zu schlachten, Äpfel zu sammeln.... Die Events machen das Salz in der Suppe. Man spricht nicht mehr mit NPCs ausser wenn man mit ihnen handeln möchte oder sie etwas für einen haben. Das UI gibt Alarm das was in der Nähe los ist, und das ist auch verdammt gut so. Die dynamischen Events sind natürlich was besonders schönes. Sie triggern alle paar Stunden und entfachen in dem jeweiligen Gebiet einen wahren Sturmlauf, denn alle wollen mitmachen, jeder will loot, jeder will den Gebietsboss sehen. Dynamische Events sind meist in mehrere Teile geteilt, am Anfang beschütz man z.B. ein Dorf, dann hilft man den Dorfbewohnern, die feindlichen Lager zu zerstören und am Ende kämpft man gegen einen Riesen den die Feinde gerufen haben. Und dann gibts lecker loot...also, wenn man wirklich mitgemacht hat, denn gerade in den höheren Bereichen kann man es arg vernachlässigen den Hauptmob zu schlagen. Wer Adds tötet, wird meist mit besserem Loot belohnt, warum auch immer. Das aber nur nebensächlich, denn insgesamt geht es darum, die Welt, oder wenigstens das Gebiet in dem man ist, selbstständig zu verändern. Besonders deutlich wird das in den High-Level Gebieten in Orr, wo man konstant darauf angewiesen ist, das die Spieler die Events gewinnen, ansonsten sind zahlreiche Portpunkte dauerhaft nicht zugänglich. Irgendwie cool.
Warum ist das denn nun eigentlich so fresh-boss-mint fragt man sich? Offensichtlich gefällt den Spielern diese neue Herangehensweise, da GW2 aus dem Regalen gerissen wird wie nichts Gutes. Es ist kein typisches Quest-Hub und es gibt kein typisches grinden, alles was man macht, jeder Gegner den man beim leveln tötet hat neben den EP die man sammelt noch eine weitere Wirkung. Man sucht nicht mehr den schnellsten Weg zum leveln, das Entertainment ist zurück, die Spieler achten wieder auf die Story. Und geben wir es zu, die Story war bei den meisten MMOs vollkommene Nebensache wenn nicht sogar im Weg. Jedenfalls für die meisten Spieler. Selbst die Cutscenes bremsen einen nicht. Ich habe mir bislang alle Sehenswürdigkeitsvideos angeschaut und während der persönlichen Quest das Video 2 mal übersprungen. Ich glaube das kann sich sehen lassen. Ich sehe es dahingehend also wie der Herr Kern, allerdings glaube ich, das die meisten die irgendwann mit dem twinken anfangen werden, auch eine best-practice was das leveln angeht finden und nutzen werden. Was unnötig wäre, da die persönliche Geschichte jedes Chars abhängig von ausgewählten Attributen und Rasse anders verläuft.
Der große Unterschied zu anderen Spielen ist schlicht, das der Aspekt des grindens zwar nicht verschwunden ist, aber hinter einem Schleier verschwindet der sich einfach nicht nach grind anfühlt. Außerdem ist es per se eine kleine Definitionsfrage was grind denn nun genau ist. Für mich sind es konstante Quests wie "töte 10 Orks". In den Aufgaben die es bei GW2 gibt, gibt es auch immer eine solche Option, aber es wird einem nicht gesagt, wie viele gegner man nun töten muss, man sieht nur seinen progress-bar. Dazu kommt, das man grundsätzlich auch andere Optionen hat als nur Gegner zu schlachten. So kann man NPCs überreden mitzuhelfen das Dorf zu verteidigen, kann Minen-entschärfen usw. und wenn man Glück hat, beginnt gerade ein dynamisches Event im Quest-Gebiet und man schlägt 2 Fliegen mit einer Klappe. Das normale questen und grinden ist also fast perfekt versteckt und wird in die Geschichte des Spiels eingebunden. Man muss nirgends länger bleiben als man will, wenn man feststeckt oder einem das Gebiet nicht gefällt, wechselt man in eines der anderen Rassen und das zum eigenen Levelbereich passt. Im späteren Verlauf geht das allerdings nicht mehr, Lvl 70 bis 80 hat lediglich die Möglichkeit im Schnee zu toben (also im Norn-Gebiet zu leveln wo, Stand heute, der Drachen bugged ist) oder er geht nach Orr und treibt gleichzeitig seine persönliche Quest voran, die im Endkampf mit Zhaitan endet. (Spoiler: Vollkommen unepischer Kampf. Sieht gut aus, allerdings schießt man lediglich mit Kanonen auf das Vieh. Schade schade)
Achja, der Autor. Der möchte nie wieder zu einem MMO zurück indem es NPCs mit Ausrufezeichen über dem Kopf gibt...was natürlich sehr verständlich ist. GW2 hat hier etwas vorangetrieben an dem sich andere Spiele definitiv ein Beispiel nehmen müssen um ihre Spiele weniger beliebig zu machen.
Da hat der Eisdrachen noch nicht gebugged

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